Tauchen auf Kapalai
Wie einige schon Wissen habe ich Chinesisch Neujahr im Kapalai Water Village verbracht. Es heißt auch nicht um sonst Water Village, denn das gesamte Resort ist auf Stelzen auf einer Sandbank errichtet. Das ist zwar eine geniale Kulisse und auch ein perfekter Ort zum entspannen. Aber auch eben nur das. Es gibt abgesehen von der Bar und dem Divecenter gibt es eigentlich keine Möglichkeiten sich zu beschäftigen.
Deshalb lasse ich mir auch am ersten Tag richtig gut gehen und mache erst mal nix außer einchecken und relaxen. Ach ja – das Tauch-Lehrbuch sollte ich ja auch noch lesen. Am späten Nachmittag habe ich es aber in der prallen Sonne nicht mehr ausgehalten und bin ein wenig auf Motivjagd gegangen. Dabei sind mir auch einige nette Schnappschüsse gelungen und ich habe mal den Rest des Resorts erkundet. Dabei bin ich auch aus Versehen in die Militärpräsenz auf dem Resort gestolpert. Die sind dort, um Piraten und Entführer abzuwehren, meinten die. Das kann ja heiter werden.
Wegen Zeit und Platzgründen veröffentliche ich hier mal nur ein Foto.
Ach ja das Tauchbuch! Da war ja was. Also schnell an den Tisch gesetzt und sich mal mit Tauchprofilen und den Grundlagen des Tauchens vertraut gemacht. Viele Dinge habe ich dabei gelernt. Über BCDs (Bouyancy Control Device), Demand Valves mit First and Second Stages, auch Masken, Wet- und Drysuits durfte ich studieren. Um am Ende schon meine ersten Gehversuche, oder eher Schwebversuche im seichten Riffwasser zu machen.
Und da war schon passiert. Der Flo hat seinen ersten Dive geloggt. (Man, die Tauchersprache ist noch ein wenig gewöhnungsbedürftig) Schnell den Anfangsdruck und Enddruck in der Flasche aufgeschreiben, die maximale Tiefe und die TBT (also die Tauchdauer). Und schon war ich damit fertig – außer man will nochmal tauchen, dann wird die sache komplizierter. Ich hatte noch drei weitere Tauchgänge am nächsten Tag vor mir um meine PADI Open Water Diver Lizenz zu erhalten – aber nur kein Stress.
Aber schon am nächsten Tag zur Mittagszeit hatte ich dann den Kurs mit Erfolg abgeschlossen. Benn, mein Tauchlehrer, wollte dann auch noch ein Foto mit seinem besten Schüler in diesem Kurs schiessen. Naja ich hatte ja auch Einzelunterricht *lach*. Aber ganz ehrlich – Benn war ein klasse Lehrer. Vom ersten Atemzug unter Wasser bis zur Navigationsübung hatte ich nie ein mülmiges Gefühl und er schaffte es, dass ich mich sehr schnell im Wasser ganz zu Hause fühlte. Also Benn, noch mal ganz großes Lob an dich!
“Schildkrööööt vorraus!” würde man bei so einem Anblick gern rufen. Geht nur leider unter Wasser nicht bis kaum. Dieser Schnappschuss ist Georg, meinem österreichischen Zimmerkammeraden auf einem meiner ersten Bootstauchgänge gelungen. Es ist nur schwer zu beschreiben wie die sonst eher behäbigen Schildkröten sich voller Eleganz unter Wasser bewegen. Da könnte man wirklich stundenlang zuschauen. Leider geht einem aber dabei die Lust immer zu schnell aus. So sind auf Tiefen zwischen 12m und 20m die Tauchgänge nur auf ca. 45 Minuten begrenzt – Viel zu wenig Zeit um sich am Leben im Riff sattzusehen.
Nach dem ersten Bootstauchgang sieht man mir wohl an, dass ich vollkommen hin und weg von den gerade gemachten Erlebnissen bin. Vielleicht spielt da aber auch ein kleines bisschen eine Stickstoffnarkose mit. Naja egal der nächste Tauchgang war dann mal ein echter Makrotauchgang.
Nemo gefunden! Mehrmals! Auf Makrotauchgängen geht es um Kleintier, was sich so im Riff rumtreibt. Von Clownsfischen, über Blattfischen, Löwenfischen, Krokodischfischen und Mandarinfischen zu Mantis Shrimps und Pygmäen Seepferdchen. Es ist wirklich unwahrscheinlich wie viele verschiedene Spezies sich nur einem doch recht begrenzten Tauchgebiet tummeln. Überall gibts was zu entdecken. Nur leider hat Makrotauchen auch einen Nachteil. Zum Teil muss man schon sehr nah ran an die Tierchen, und dadurch muss man an den guten Plätzen innerhalb der Tauchgruppe sogar gelegentlich “anstehen”.
Auf dem Rückweg ist mir dann nochmal ein Foto gelungen, das vielleicht nochmal verdeutlicht, was ich mit Water Village meine. Es gibt wirklich kein Festland, außer einer Sandbank, die bei Ebbe für ein paar Stunden als Strand herhalten kann. Ansonsten gibts nur cyan-farbenes Wasser in dem sich auch ohne Taucherausrüstung allerhand vom Steg aus entdecken lässt.
Ahhh – Siamil. Auch ein herrliches Tauchgebiet für Makrotauchen. Wobei schon der Strand dieser Insel hochinteressant. Vormittags treiben sich an diesem Strand Unmegen von Einsiedlerkrebsen herum. In fast allen Größen von nicht mal Kleiner-Fingernagel groß bis hin zu fast Faustgroß lassen sicher Krebse bei ihrem Treiben beobachten. Vorrausgesetzt man bekommt die Erlaubnis vom Militär. Denn auf der Insel ist zum Schutz der Umwelt eine kleine Militärbasis beheimatet, auf der man sich ein Permit für den Tag austellen lassen muss. Ansonsten ist’s Essig mit dem Tauchen.

Tag für Tag wurde es besser mit der Balance im Wasser um nicht immer abzutauchen und dann hektisch wieder zu versuchen aufzutauchen, um nichts am Riff zu beschädigen. Jedoch ab dem vierten Tag auf Kapalai hatte ich die Sacher mit der “bouyancy” schon ganz gut im Griff und fing an die Tauchgänge nicht mehr als anstrengend wahrzunehmen. Ich konnte mich endlich darauf konzentrieren die wirklich keinen dinge zu beobachten.
Und natürlich um Faxen vor der Kamera zu machen, wie es unter Tauchern – ich bin ja jetzt einer – so üblich ist.
Am letzten Tauchtag ging es dann nach Sipadan. Dort soll es angeblich Haie geben. Ich hab aber keine gesehen ;)
Im Ernst Sipadan war kein Makrotauchen – da gab es wirklich große Fische. Haie, Barracudas, Teufelsrochen, Bumpheads und bergeweise Schildkröten – aber nicht nur vereinzelt. Teilweise hatte man das Gefühl sich durch die Schildkröten wühlen zu müssen, um endlich mal was anderes zu sehen. Absolute spitzenklasse sag ich nur. Alle Mühen und Kosten für die Anreise, den Kurs und das Training haben sich in Sipadan bezahlt gemacht. Eigentlich bin ich schon am Suchen nach der nächsten Tauchlocation. Ich kann mir echt gut vorstellen, das ganze wirklich weiter zu betreiben.
Auf dem allerletzen Tauchgang am sogenannten “Barracuda Point” haben wir dann auch noch zum Abschluss den berüchtigten Tornado der Barracudas gesehen. Unglaublich wie sich hunderte oder viellicht sogar tausende von den Fischen zu einem Wirbel glitzerndem Silber auftürmen, um dann auf ganz flüssig in tiefere Gewässer abzutauchen. Das Schauspiele hätten wir fast verpasst, hätte nicht unser Divemaster Alvin die Barracudas mit seinen Unterwasser-Adleraugen gesichtet. Unglaublich wie diese dann kurzzeitig den Meeresboden verdunkelt haben, weil einfach nur eine Lawine an Fischen über uns hinwegschwamm.
Auf Wiedersehen Kapalai! Ich komme bestimmt wieder – es gibt noch so viel zu entdecken.
01.24.09Gutes Neues – Zum Zweiten
Da in der kommenden Woche überall in Malaysia Chinesisch Neujahr gefeiert wird, macht unter anderem auch meine Arbeitsstätte dicht. Deshalb werde ich die kommenden 7 Tage auf Kapalai einen PADI Open Water Tauchkurs besuchen und es mir mal so richtig gut gehen lassen.
Kapalai ist übrigens nur eine kleine Sandbank zwischen Malaysia, Indonesien und den Philippinen. Das komplette Resort ist auf der Sanbank auf Pfählen errichtet und seint ein bemerkenswerter Ort zu sien. Außerdem soll laut einigen Tauchseiten im Netz einer der besten Plätze der Welt zum Makro-Tauche sein. Schön und gut das zu wissen, aber was ist denn eigentlich ein Makrotauchplatz? Ich denke, das werde ich bestimmt in den nächsten Tagen herausbekommen.
Um 5:00 heute Nacht werde ich mit dem Taxi mich in Richtung Flughafen und dann Richtung Tawau aufmachen. Ich freu’ mich jedenfalls schon auf das Erlebnis. Ich hoffe der Internetzugang auf Kapalai ist nicht zu teuer – dann kann ich auch ein paar nette Bilder hier zeitnah zeigen.
Hoffen wir mal der große Wettergott spielt auch mit, denn hier in Kuala Lumpur … hat gerade das Gewitter, während ich diesen Satz geschrieben(!) habe, gerade aufgehört. Eigentlich wollte ich ja diesen Satz anders beenden aber so ist es ja noch besser.
Also dann, von mir ein ein herzliches
Tiefenrausch und Krakenbiss

















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