02.11.09

Selbstinspiration

Sipadan Day #7 006.jpgEs gibt Tage, vor Allem da ich ver­su­che jeden Tag was zu schrei­ben, an denen es einem schwer fällt ein Thema zu finden. Obwohl ich erst einen Monat in Malay­sia bin, kommt mir Vieles als nicht mehr “fremd“, son­dern fast schon selbstverständlich vor.

Ich denke, ich mache immer noch jeden Tag neue Erfah­run­gen aber irgend­wie stumpft der Sinn für Neues und “Frem­des” ein biss­chen ab. Am besten kann ich das an der Anzahl der geschos­se­nen Fotos pro Tag able­sen. Seit drei Tagen habe ich keine neuen Fotos, außer von meiner Hotelrechnung  gemacht. Zeit wird’s, dass mal wieder was Neues kommt! Ich ver­su­che, mir selbst klar zu machen, mit offe­ne­ren Augen durch die Tage zu mar­schie­ren, um viel­leicht auch mal ein paar neue Situa­tio­nen und Denk­mus­ter auf­zu­schnap­pen. Denn das ist es, was Lebens­er­fah­rung meiner Ansicht nach aus­macht – das Ken­nen­ler­nen und die Fähigkeit zur Ent­de­ckung von neuen Per­spek­ti­ven und Situa­tio­nen. Inspi­ra­tion zu finden ist nicht schwer man muss nur warten, bis sie einem in den Schoss fällt, oder man macht sich auf die Suche nach ihr. Ich glaube ja, dass der zweite Weg der erfolgs­ver­spre­chen­dere ist.

Also Augen auf, Flo!
Jeden Tag pas­siert hier mehr als du dir vor­stel­len kannst.

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02.10.09

Falscher Enthusiasmus

007.jpgSo selt­sam, wie erwar­tet, ist die in Malay­sia ja gar nicht. Nor­ma­ler­weise geht alles seinen – zugegebenermaßen manch­mal recht chao­ti­schen – Gang und meis­tens kann man sich auf Ter­mine und Zusa­gen verlassen.

Aber es gibt eine Frage, mit ich immer wieder meine Kol­le­gen hier aus dem Kon­zept brin­gen kann.

Aber fangen wir ganz von vorn an. Heute Vor­mit­tag war erst mal ein Mee­ting ange­setzt um über ein Ser­vice­pro­jekt zu spre­chen, das kom­mende Woche star­ten soll. Da das Gespräch, “der Ein­fach­heit halber“, in Chi­ne­sisch gehal­ten wurde konnte ich mir rela­tiv schnell abset­zen, da ich immer nur fra­gend und voller Bewun­de­rung die Folien aus Power­Point ansah. Mal ehr­lich: “Uni­code ist schon ne dolle Sache“. Aber sei’s drum – Als ich dann durch die Gänge schlen­dernd einem Kol­le­gen begeg­nete stellte ich nur eine winzig kleine Frage:

Kann ich noch irgend­was helfen?

Der Kol­lege kam aus dem Stau­nen gar nicht mehr heraus, dass ich ihn – von mir aus – gefragt habe ob denn noch etwas zu tun sei. Üblicherweise begibt man sich wenn man nichts zu tun hat an seinen Platz und beschäftigt sich, bis man eine neue Auf­gabe bekommt. Ich muss sagen, dass mich das echt ein biss­chen ver­dutzt hat – Enthu­si­as­mus ist hier nicht immer gefragt.

Am Nach­mit­tag habe ich jedoch schon ein neues Soft­ware­pro­jekt zuge­wie­sen bekommen.

Oh man. Wie ich Visual­Ba­sic hasse!
Hätte ich doch nur meine Klappe gehalten.

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02.8.09

Einen Monat ist es her

…,dass ich aus Augs­burg in Rich­tung Kuala Lumpur, Malay­sia auf­ge­bro­chen bin. Ich habe in den letz­ten vier Wochen doch schon eini­ges hier in Malay­sia erlebt und denke es ist an der Zeit mal darüber nach­zu­den­ken was ich am meis­ten aus Deutsch­land ver­misse und was ich hier in an Malay­sia am Liebs­ten mag.

Begin­nen wir mal mit den Dingen die ich hier vermisse:

  • Meine Freunde, die im Moment zu Hause sitzen
    Eigent­lich macht man sich es doch immer Recht ein­fach und man sieht seine Freunde als selbstverständlich an. Ist man jedoch man einige Zeit von Ihnen getrennt – dann merkt man wie sehr man seine Freunde eigent­lich schätzt. Ihr fehlt mir wirk­lich ein wenig.
  • Mein Piano und meine Gitarre
    Nor­ma­ler­weise spiele ich nach­dem ich zu Hause bin jeden Tag etwas Kla­vier oder Gitarre. Leider geht das im Moment nicht und ich merke wie es mir jeden Tag in den Finger juckt ein biss­chen zu klim­pern. Was gibt es bes­se­res als die Nach­barn mit fal­schen Kla­vier­ak­kor­den die glei­chen Schmer­zen, wie beim Zahn­arzt bei­zu­brin­gen. Unbe­zahl­bar.
  • Bier­chen am Abend
    Bier­chen am Abend kann man zwar auch hier bekom­men – aber mal ganz ehr­lich – Malay­si­sches (auch Chi­ne­si­sches, Sin­ga­pu­ri­sches (?)) Bier ist ein­fach nicht das Selbe. Mal ganz zu schwei­gen davon, dass man hier kein Weizen oder auch Pils bekom­men kann. Cock­tails sind auch keine wirk­li­che Option, da sie eigent­lich nur in der Innen­stadt von Kuala Lumpur zu bekom­men sind. Naja – drei Monate fast tro­cken ist auch nicht so schlimm.
  • Tief­ge­hende Gespräche und Dis­kus­sio­nen
    Eng­lisch ist ja schön und gut. Aber leider lassen sich hier kaum tiefer gehende Gespräche und Dis­kus­sio­nen führen. Ich denke, dass durch in der, doch sehr unter­schied­li­chen, malay­si­sche Kultur Dis­kus­sio­nen und tiefgründige Gespräche nur selten Platz finden. Har­mo­nie ist oft obers­tes Gebot des­halb wird offene Kritik und Kon­fron­ta­tion fast immer ver­mie­den oder nur sehr zag­haft zum Aus­druck gebracht . Des­halb ist es schwer mit Malay­si­ern eine gute Dis­kus­sion zu führen, da sie zwar ihre Mei­nung haben, aber die bes­ten­falls nur sehr verdünnt und wohl dosiert preis geben.

Und was habe ich an Malay­sia zu schätzen gelernt:

  • (Echtes) Asia­ti­sches Essen
    Also auch wenn es nicht jeder mag. Ich mag Asia­ti­sches Essen. Egal ob Indisch, Chi­ne­sisch, Japa­nisch oder Ori­gi­nal Malay­sisch – man bekommt es hier und das auch noch für einen Spott­preis nach europäischen Maßstäben. Man muss zwar in Kauf nehmen, dass man nicht jedes mal so genau weiß was man isst, aber  die Devise lautet “Was einen nicht umbringt macht einen nur härter”
  • Offen­heit und Freund­lich­keit
    Ras­sis­mus und Ras­sen­hass ist in Malay­sia nur sehr selten anzu­tref­fen. Zwar gibt es auch Schub­la­den­den­ken, aber die Men­schen hier gehen trotz­dem sehr offen und tole­rant mit­ein­an­der um. Man muss hier auch mal ausdrücklich sagen, dass Malay­sia ein isla­mi­sches(!) Land ist und trotz­dem sehr welt­of­fen ist. Außerdem haben die Malay­sier keine Scheu auch gegenüber den weißen Lang­na­sen. Ein biss­chen selt­sam ist es aber schon wenn einen der Taxi­fah­rer nach dem Befin­den der Mutter und gleich­zei­tig nach dem Gehalt fragt.
  • Krea­ti­ves Chaos
    Sei es der Ver­kehr, die Urlaubs­pla­nung, die Abend­pla­nung, das Bestel­len in einem der Res­torans oder ein­fach nur das alltägliche Arbeits­le­ben – alles ist ein wenig chao­ti­scher und weni­ger regle­men­tiert als zu hause in Deutsch­land. Es kann schon mal vor­kom­men, dass man das fal­sche Essen vor­ge­setzt bekommt oder dass ein Kunde sich vor Ort dann ent­schei­det die Repa­ra­tur selbst vor­zu­neh­men. Habe ich den Ver­kehr erwähnt – Auf­pas­sen muss man ja schon, dass man nicht im wörtlichen Sinne unter die Räder gerät. Rote Ampeln haben meis­tens nur Ori­en­tie­rungs­wert – mehr aber auch nicht. Aber wenn man sich mal ange­passt hat, genießt man es rich­tig, dass hier nicht alles bis zum letz­ten durch­re­gu­liert ist.
  • Wetter, damit meine ich, fast jeden Tag 30°C+
    Wetter ist immer so eine Sache. 30°C sind ja eine schöne Sache wenn man sich nur faul  die Sonne auf den Bauch schei­nen lässt. Muss man aber bei den Tem­pe­rea­tu­ren (körperlich) arbei­ten ist es manch­mal schnell vorbei mit der Freude über das schöne Wetter. Aber soviel mich angeht mag ich die Sonne im Moment mehr als es mir gut tut. Ich hatte schon den einen oder ande­ren Sonnenbrand.  Außerdem denke ich, dass das son­nige Wetter hier auch die Laune erheb­lich ver­bes­sert und so jeder ganz all­ge­mein ein biss­chen ent­spann­ter ist. Und mal ganz ehr­lich – lieber einen Son­nen­brand der sich gewa­schen hat als schlei­chende Win­ter­de­pres­sion.
  • Tau­chen
    Tja was soll ich dazu sagen, die meis­ten werden die Bilder hier gese­hen haben und ich denke ich muss gar nicht mehr all zu viele Worte darüber ver­lie­ren. Kurz gesagt, aus Malay­sia werde ich ein neues Hobby mit nach Hause brin­gen. Viel­leicht trete ich sogar einem Tauch­ver­ein bei. Ich bin immer noch abso­lut begeis­tert (und hoffe ich komme noch­mal zum Tau­chen in den nächsten Wochen).

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