Selbstinspiration
Es gibt Tage, vor Allem da ich versuche jeden Tag was zu schreiben, an denen es einem schwer fällt ein Thema zu finden. Obwohl ich erst einen Monat in Malaysia bin, kommt mir Vieles als nicht mehr “fremd“, sondern fast schon selbstverständlich vor.
Ich denke, ich mache immer noch jeden Tag neue Erfahrungen aber irgendwie stumpft der Sinn für Neues und “Fremdes” ein bisschen ab. Am besten kann ich das an der Anzahl der geschossenen Fotos pro Tag ablesen. Seit drei Tagen habe ich keine neuen Fotos, außer von meiner Hotelrechnung gemacht. Zeit wird’s, dass mal wieder was Neues kommt! Ich versuche, mir selbst klar zu machen, mit offeneren Augen durch die Tage zu marschieren, um vielleicht auch mal ein paar neue Situationen und Denkmuster aufzuschnappen. Denn das ist es, was Lebenserfahrung meiner Ansicht nach ausmacht – das Kennenlernen und die Fähigkeit zur Entdeckung von neuen Perspektiven und Situationen. Inspiration zu finden ist nicht schwer man muss nur warten, bis sie einem in den Schoss fällt, oder man macht sich auf die Suche nach ihr. Ich glaube ja, dass der zweite Weg der erfolgsversprechendere ist.
02.10.09Also Augen auf, Flo!
Jeden Tag passiert hier mehr als du dir vorstellen kannst.
Falscher Enthusiasmus
So seltsam, wie erwartet, ist die Arbeit in Malaysia ja gar nicht. Normalerweise geht alles seinen – zugegebenermaßen manchmal recht chaotischen – Gang und meistens kann man sich auf Termine und Zusagen verlassen.
Aber es gibt eine Frage, mit ich immer wieder meine Kollegen hier aus dem Konzept bringen kann.
Aber fangen wir ganz von vorn an. Heute Vormittag war erst mal ein Meeting angesetzt um über ein Serviceprojekt zu sprechen, das kommende Woche starten soll. Da das Gespräch, “der Einfachheit halber“, in Chinesisch gehalten wurde konnte ich mir relativ schnell absetzen, da ich immer nur fragend und voller Bewunderung die Folien aus PowerPoint ansah. Mal ehrlich: “Unicode ist schon ne dolle Sache“. Aber sei’s drum – Als ich dann durch die Gänge schlendernd einem Kollegen begegnete stellte ich nur eine winzig kleine Frage:
Kann ich noch irgendwas helfen?
Der Kollege kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, dass ich ihn – von mir aus – gefragt habe ob denn noch etwas zu tun sei. Üblicherweise begibt man sich wenn man nichts zu tun hat an seinen Platz und beschäftigt sich, bis man eine neue Aufgabe bekommt. Ich muss sagen, dass mich das echt ein bisschen verdutzt hat – Enthusiasmus ist hier nicht immer gefragt.
Am Nachmittag habe ich jedoch schon ein neues Softwareprojekt zugewiesen bekommen.
02.8.09Oh man. Wie ich VisualBasic hasse!
Hätte ich doch nur meine Klappe gehalten.
Einen Monat ist es her
…,dass ich aus Augsburg in Richtung Kuala Lumpur, Malaysia aufgebrochen bin. Ich habe in den letzten vier Wochen doch schon einiges hier in Malaysia erlebt und denke es ist an der Zeit mal darüber nachzudenken was ich am meisten aus Deutschland vermisse und was ich hier in an Malaysia am Liebsten mag.
Beginnen wir mal mit den Dingen die ich hier vermisse:
- Meine Freunde, die im Moment zu Hause sitzen
Eigentlich macht man sich es doch immer Recht einfach und man sieht seine Freunde als selbstverständlich an. Ist man jedoch man einige Zeit von Ihnen getrennt – dann merkt man wie sehr man seine Freunde eigentlich schätzt. Ihr fehlt mir wirklich ein wenig.
- Mein Piano und meine Gitarre
Normalerweise spiele ich nachdem ich zu Hause bin jeden Tag etwas Klavier oder Gitarre. Leider geht das im Moment nicht und ich merke wie es mir jeden Tag in den Finger juckt ein bisschen zu klimpern. Was gibt es besseres als die Nachbarn mit falschen Klavierakkorden die gleichen Schmerzen, wie beim Zahnarzt beizubringen. Unbezahlbar.
- Bierchen am Abend
Bierchen am Abend kann man zwar auch hier bekommen – aber mal ganz ehrlich – Malaysisches (auch Chinesisches, Singapurisches (?)) Bier ist einfach nicht das Selbe. Mal ganz zu schweigen davon, dass man hier kein Weizen oder auch Pils bekommen kann. Cocktails sind auch keine wirkliche Option, da sie eigentlich nur in der Innenstadt von Kuala Lumpur zu bekommen sind. Naja – drei Monate fast trocken ist auch nicht so schlimm.
- Tiefgehende Gespräche und Diskussionen
Englisch ist ja schön und gut. Aber leider lassen sich hier kaum tiefer gehende Gespräche und Diskussionen führen. Ich denke, dass durch in der, doch sehr unterschiedlichen, malaysische Kultur Diskussionen und tiefgründige Gespräche nur selten Platz finden. Harmonie ist oft oberstes Gebot deshalb wird offene Kritik und Konfrontation fast immer vermieden oder nur sehr zaghaft zum Ausdruck gebracht . Deshalb ist es schwer mit Malaysiern eine gute Diskussion zu führen, da sie zwar ihre Meinung haben, aber die bestenfalls nur sehr verdünnt und wohl dosiert preis geben.
Und was habe ich an Malaysia zu schätzen gelernt:
- (Echtes) Asiatisches Essen
Also auch wenn es nicht jeder mag. Ich mag Asiatisches Essen. Egal ob Indisch, Chinesisch, Japanisch oder Original Malaysisch – man bekommt es hier und das auch noch für einen Spottpreis nach europäischen Maßstäben. Man muss zwar in Kauf nehmen, dass man nicht jedes mal so genau weiß was man isst, aber die Devise lautet “Was einen nicht umbringt macht einen nur härter”
- Offenheit und Freundlichkeit
Rassismus und Rassenhass ist in Malaysia nur sehr selten anzutreffen. Zwar gibt es auch Schubladendenken, aber die Menschen hier gehen trotzdem sehr offen und tolerant miteinander um. Man muss hier auch mal ausdrücklich sagen, dass Malaysia ein islamisches(!) Land ist und trotzdem sehr weltoffen ist. Außerdem haben die Malaysier keine Scheu auch gegenüber den weißen Langnasen. Ein bisschen seltsam ist es aber schon wenn einen der Taxifahrer nach dem Befinden der Mutter und gleichzeitig nach dem Gehalt fragt.
- Kreatives Chaos
Sei es der Verkehr, die Urlaubsplanung, die Abendplanung, das Bestellen in einem der Restorans oder einfach nur das alltägliche Arbeitsleben – alles ist ein wenig chaotischer und weniger reglementiert als zu hause in Deutschland. Es kann schon mal vorkommen, dass man das falsche Essen vorgesetzt bekommt oder dass ein Kunde sich vor Ort dann entscheidet die Reparatur selbst vorzunehmen. Habe ich den Verkehr erwähnt – Aufpassen muss man ja schon, dass man nicht im wörtlichen Sinne unter die Räder gerät. Rote Ampeln haben meistens nur Orientierungswert – mehr aber auch nicht. Aber wenn man sich mal angepasst hat, genießt man es richtig, dass hier nicht alles bis zum letzten durchreguliert ist.
- Wetter, damit meine ich, fast jeden Tag 30°C+
Wetter ist immer so eine Sache. 30°C sind ja eine schöne Sache wenn man sich nur faul die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Muss man aber bei den Tempereaturen (körperlich) arbeiten ist es manchmal schnell vorbei mit der Freude über das schöne Wetter. Aber soviel mich angeht mag ich die Sonne im Moment mehr als es mir gut tut. Ich hatte schon den einen oder anderen Sonnenbrand. Außerdem denke ich, dass das sonnige Wetter hier auch die Laune erheblich verbessert und so jeder ganz allgemein ein bisschen entspannter ist. Und mal ganz ehrlich – lieber einen Sonnenbrand der sich gewaschen hat als schleichende Winterdepression.
- Tauchen
Tja was soll ich dazu sagen, die meisten werden die Bilder hier gesehen haben und ich denke ich muss gar nicht mehr all zu viele Worte darüber verlieren. Kurz gesagt, aus Malaysia werde ich ein neues Hobby mit nach Hause bringen. Vielleicht trete ich sogar einem Tauchverein bei. Ich bin immer noch absolut begeistert (und hoffe ich komme nochmal zum Tauchen in den nächsten Wochen).



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