03.17.09

Zu groß, zu blass, zu geschuppt

001.jpgIch habe zwar nie den Grund heraus bekom­men, aber heute hatte ich zwei­mal Besuch. Der erste Besuch stürmte gegen 10:30 stürmte die Mon­ta­ge­halle. Aber etwas war selt­sam, alle Besu­cher waren etwas zu groß gera­ten und recht blass.

Nach kurzem Nach­boh­ren stellte sich heraus, dass die Besu­cher eine Gruppe Stu­den­ten aus Erlan­gen waren – hauptsächlich Elek­tro­tech­ni­ker, Maschi­nen­bauer und Mechatroniker.  Ich dachte mir: “Eigent­lich sind doch im Moment noch keine Semes­ter­fe­rien – Was machen die denn dann hier?“. Leider waren die Jungs (und ein Mädel) sehr unter Zeit­druck und wir konn­ten nur ein paar kurze Worte über KUKA und das Trai­nee­pro­gramm wechseln.

Der zweite Besuch aber war aber noch von viel kürzerer Dauer. Da ich heute recht lang in der war, waren schon die meis­ten Lich­ter aus und es war in eini­gen Teilen des Gebäudes stock­fins­ter. Was aber noch lange nicht heißt, dass es auch kühl war. Durs­tig wie ich war, machte ich mich in die Kaffeeküche auf, um ein paar Schluck Wasser zu trin­ken. Dabei überraschte ich einen klei­nen Gecko, der wohl in einer der Robo­ter­trai­nings­zel­len lebt. Leider hat ihn das Licht so sehr erschreckt, dass er schleu­nigst die Flucht ergriff und ich leider nur ganz kurz Zeit hatte ihn zu beob­ach­ten. Aber morgen geht’s dann auf Gecko-​Hatz – der muss doch zu finden sein!

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03.16.09

Robotic Time Travel

Old KUKAs 003.jpg

Das oben abge­bil­dete unförmige Ding ist das Handbediengerät der schon locker zehn Jahre alten Robo­ter­steue­rung “KRC 32” (32 für 32 Bit). Eigent­lich gehört so etwas schon fast ins Museum und nicht mehr in den akti­ven Pro­duk­ti­ons­ein­satz. Aber hier in Malay­sia kann man diese Dinger noch gele­gent­lich finden. Häufig sind sie aber nicht mehr anzutreffen.

Old KUKAs 004.jpgIm Gegen­satz du dem Teil oben, ist die “KRC (1)” noch wirk­lich gängig. Viele Pro­duk­ti­ons­an­la­gen laufen hier noch mit dem doch schon etwas betag­ten Modell, das seine besten Jahre schon weit hinter sich hat. Aber inter­es­sant ist es alle­mal sich mit der Geschichte dieser Geräte aus­ein­an­der zu setzen. Win­dows 95 kom­bi­niert mit VX Works kommt als Betriebs­sys­tem zum Ein­satz und die Erreich­bar­keit man­cher Funk­tio­nen treibt einem schon immer wieder mal ent­we­der ein brei­tes Grin­sen oder ein ungläubiges Strin­run­zeln aufs Gesicht.

Old KUKAs 008.jpgSer­vice­tech­nisch ist das Ding jedoch ein Albtraum.  Ersatz­teile sind nicht gerade leicht zu beschaf­fen und die Zugänglichkeit eini­ger ver­bau­ter Teile, lässt einen doch manch­mal an dem Verständnis der dama­li­gen Ent­wick­ler für Ergo­no­mie und der Ana­to­mie der mensch­li­chen Hand zwei­feln. Ande­rer­seits ist es schon beein­dru­ckend, dass diese Steue­run­gen – wie hässlich sie auch sind -  äußerst robust sind. Einige tun immer noch zuverlässig , tagein tagaus, ihren Dienst in vielen Fabri­ken der loka­len Industrie.

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02.27.09

Chinese House Warming

Chinese House WarmingDa meine Firma gerade erst ein neues Gebäude in Mal­asia bezo­gen hat, war es Zeit eine ordent­li­che Ein­wei­hungs­ze­re­mo­nie zu halten. Teil dieser Zere­mo­nie war auch die “Beschwörung guter Götter” in dem in dem Schrein, der auf dem Gelände liegt. Es wurde  gebe­tet und Opfer­ga­ben dar gebracht, um die Götter milde zu stim­men. Manch­mal denke ich, dass das auch nötig ist, da leider das dach bei star­kem Regen etwas durchlässig ist. Aber was will man sagen, wenn gute Geis­ter über das Gebäude wachen.

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02.26.09

Work – Star wars style

LasercontrollerMein erstes Pro­jekt in Malay­sia. Ich darf ganz alleine eine Robo­ter­zelle zum Laser­schweis­sen auf­bauen. Na gut, nicht ganz allein. Chai unterstützt mich und hilft wo er kann – aber er hat gerade erst mal vor gut drei Wochen hier angefangen.

Ich habe also mal die Chance alles aus­pro­bie­ren zu können, was ich bis jetzt meist nur theo­re­tisch gelernt habe – und das im elitären Star Wars Stil. rockt!

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02.25.09

Kaffeepause

Coffee breakDer klas­si­sche malay­si­sche Kaffee, auch “Kopi-O“, ist nor­ma­ler­weise eine braune Brühe, die grob zum glei­chen Anteil aus Zucker wie aus Wasser besteht. Die besten Chan­cen einen halb­wegs “nor­ma­len” Kaffee in Malay­sia zu bekom­men, bietet ein ein Besuch im Star­bucks Coffee. Da aber an meinem Arbeits­platz leider keines greif­bar ist, muss ich im Moment auf Nescafe aus­wei­chen. Dazu gibt’s keine Milch, son­dern Crea­mer. Aber wenigs­tens füllt der Nescafe die Kof­fe­in­tanks wieder auf.

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02.15.09

Abenteuer in der Mall

Sunway Lagoon 005.jpgNachdem wir heute Vor- mittag nach etwa zwei Stunden den Test beim Kunden erfolgreich ab- geschlossen hatten, wurde es Zeit nach einer Beschäftigung für den angebrochenen Nachmittag zu suchen. Eng Hock schlug vor, wir könnten in der Sunway Mall und danach noch etwas shoppen gehen. Als wir in der Mall ankamen überraschte mich die angenehme Kühle, die dort einem entgegen wehte. Zuerst dachte ich “Die müssen einen giganto-riesige Klimaanlage haben“. Kurz darauf fand ich aber den wahren Grund für dieses Phänomen heraus. Die haben da eine Eislaufbahn! – In dem vierstöckigen Einkaufszentrum! – In ! , das Land indem 25°C als kalt empfunden wird, hat eine Mall in der man Eislaufen kann. Zu meiner Überraschung stellen sich die Malaysier nicht schlechter an als der Durchschnittseuropäer auf dem Eis.

Danach haben wir dann vorzüglich im – alle Achtung dem Namensgeber: eine Perfekte Symbiose aus Klischee,und Nerdkultur die einmal komplett durch den IBlender von Apple gejagt wurde – chinesischen “Dragon-I” gespeist. Nachdem wir aufgegessen hatten, vertrieben wir uns ein bisschen die Zeit beim bummeln.

Sunway Lagoon 001.jpgAm späten Nachmittag wurde es dann Zeit für einen Kaffee und eine kleine Pause – also schnell in den ansässigen Starbucks, einen “Grande Iced Vanilla Latte” bestellt und auf die Terrasse zum relaxen. In dem Moment fielen mir fast die Augen aus dem Schädel. Die Eislaufbahn, die mich vorher schon überrascht hatte wurde getoppt. An das Einkaufszentrum sind neben einem Hotel gleich dreidrei(!)DREI – Vergnügungsparks angeschlossen. Der größte davon ist ein Erlebnisbad mit angeschlossenem Spa, die anderen ein “Horror Park” und ein “Rides Park” mit Riesenrad und Autoscootern.

Sunway Lagoon 002.jpgVerdammt, warum haben wir so etwas zu hause eigentlich nicht? Ich meine damit, man könnte von all dem Shoppingstress wunderbar bei einer Massage oder einem Saunagang entspannen. Oder man geht ein wenig Autoscooter fahren, um sich ein wenig abzureagieren, weil wieder alle Anderen zu langsam gelaufen sind. Oder man relaxt einfach ein bisschen auf dem Riesenrad und genießt die Aussicht. Aber nein – wir bekommen zu Hause bestenfalls ein “Danke für Ihren Einkauf. Besuchen sie und Bald wieder.” auf dem Kassenbon.

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02.14.09

Blackoutwitted

BusskelettHeute ist zwar Sams­tag und dazu noch Valen­tins­tag, aber das hält leider keinen Kunden in Malay­sia davon ab, eine noch ganz drin­gende Ver­bes­se­rung in einer Anlage umzu­set­zen. Gesagt – getan. Fast zumin­dest. Denn als gerade der Test­lauf begin­nen sollte, gab es leider einen Strom­aus­fall, der dazu führte, dass die kom­plette Fabrik lahm­ge­legt wurde. Und es war sicher nicht meine Schuld!  Trotz­dem wurde des­halb der Test auf Sonn­tag ver­tagt, was bedeu­tet dass ich morgen mir auch wieder dort die Ehre geben darf. Wochen­end­ar­beit ist nicht schön. Aber was macht man nicht alles für die lieben Kunden.

Genting Highlands 010.jpgAber wenigs­tens hat der Strom­aus­fall zu einer Pause geführt in der ich den Lars anru­fen konnte, denn der alte Schwede Däne 30-sten. Ganz schön alt – ab jetzt musst lang­sam auf deine Gesund­heit achten! Aber egal La(r)s(s) es heute mal so rich­tig krachen!

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02.13.09

Technologicalamitiy

Loads of WorkTech­no­ca­la­mity” – Wie bitte? Was ist soll denn das heißen? Dieses Kunst­wort setzt sich aus den zwei  Wörtern “tech­no­lo­gi­cal” und “cala­mi­tiy” zusam­men und habe ich heute mittag bei Invent-a-Word erfun­den um meine hier ein biss­chen zu beschreiben.

Aber ich denke ich fange mal von vorn an. Viel­leicht versteht  man dann den Zusam­men­hang mit “Technocalamity“. Auf dem Bild kann man meinen momen­ta­nen Arbeits­platz sehen. Ins­ge­samt Vier Rech­ner – zwei stehen unter dem Tisch – laufen zur glei­chen Zeit, um dem Flo ein effi­zi­en­tes Arbei­ten zu ermöglichen. Auf dem rech­ten PC erstelle ich gerade ein Benut­zer­in­ter­face zur Kon­fi­gu­ra­tion und Überwachung einer robotergestützten Anlage. Und dazu muss ich leider, die aus dem neun­ten Kreis der Hölle  stam­mende Spra­che, Visual Basic ver­wen­den. Der Typ der das ver­bro­chen hat, wird da wohl noch einige Jahr­hun­derte schwit­zen. Auf dem Mitt­le­ren bear­beite ich das Robo­ter­pro­gramm, um mit der Benutzeroberfläche möglichst rei­bungs­los zu kom­mu­ni­zie­ren. Und das linke Note­book ist ausschließlich für Out­look und  Recher­chen zu “Problemen mit”, “Workarounds  für” und “okkulten Beschwörungsformeln an” Visual Basic da. Ja, allein für Doku­men­ta­tion zu VB benötige ich einen eige­nen Rech­ner. Nur um ständig her­aus­zu­fin­den, dass alles mit VB .NET  doch viel ein­fa­cher wäre. Vor allem wenn man über Win32 API Calls aus dem “Nur-ein-Thread-Gefängnis” aus­bre­chen will, fängt das Ganze doch recht schnell an  ins Übersinnliche abzu­glei­ten. Ich denke ich habe mich nun lange genug über Visual Basic ausgelassen.

Aber gegenüber all dem Ärger ist es trotz­dem ein gutes Gefühl, zu wissen, dass meine hier in Malay­sia von meinen Kol­le­gen geschätzt wird und mir anspruchs­volle Auf­ga­ben übertragen werden. Selbst wenn das bedeu­tet, dass ich dafür einen Pakt mit dem Teufel ein­ge­hen muss. Eine Frage bleibt aber:

Woher soll ich denn einen Opfer­kelch voll Jung­frau­en­blut nehmen? Laut eini­gen Quel­len, soll das der ein­zige erfolgs­ver­spre­chende Weg, um einen neuen Thread in Visual Basic zu spa­w­nen, ohne dass kurz darauf das Pro­gramm abschmiert?

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02.10.09

Falscher Enthusiasmus

007.jpgSo selt­sam, wie erwar­tet, ist die in Malay­sia ja gar nicht. Nor­ma­ler­weise geht alles seinen – zugegebenermaßen manch­mal recht chao­ti­schen – Gang und meis­tens kann man sich auf Ter­mine und Zusa­gen verlassen.

Aber es gibt eine Frage, mit ich immer wieder meine Kol­le­gen hier aus dem Kon­zept brin­gen kann.

Aber fangen wir ganz von vorn an. Heute Vor­mit­tag war erst mal ein Mee­ting ange­setzt um über ein Ser­vice­pro­jekt zu spre­chen, das kom­mende Woche star­ten soll. Da das Gespräch, “der Ein­fach­heit halber“, in Chi­ne­sisch gehal­ten wurde konnte ich mir rela­tiv schnell abset­zen, da ich immer nur fra­gend und voller Bewun­de­rung die Folien aus Power­Point ansah. Mal ehr­lich: “Uni­code ist schon ne dolle Sache“. Aber sei’s drum – Als ich dann durch die Gänge schlen­dernd einem Kol­le­gen begeg­nete stellte ich nur eine winzig kleine Frage:

Kann ich noch irgend­was helfen?

Der Kol­lege kam aus dem Stau­nen gar nicht mehr heraus, dass ich ihn – von mir aus – gefragt habe ob denn noch etwas zu tun sei. Üblicherweise begibt man sich wenn man nichts zu tun hat an seinen Platz und beschäftigt sich, bis man eine neue Auf­gabe bekommt. Ich muss sagen, dass mich das echt ein biss­chen ver­dutzt hat – Enthu­si­as­mus ist hier nicht immer gefragt.

Am Nach­mit­tag habe ich jedoch schon ein neues Soft­ware­pro­jekt zuge­wie­sen bekommen.

Oh man. Wie ich Visual­Ba­sic hasse!
Hätte ich doch nur meine Klappe gehalten.

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02.3.09

Geschmolzen im Lärm

20090203-Schweiss und Regen 003Heute nach­mit­tag war es soweit. Bei der war ich heute beim Ver­da­ten eini­ger Robo­ter. Gegen fünf Uhr hatte der Flo lang­sam das Gefühl, dass er bald aus den Lat­schen kippen muss.

Gefühlter Körper-Siedepunkt.

Dazu kam dann auch noch Regen – aber nicht nur irgend­ei­ner. Ich hab ja schon öfters gesagt, dass es Malay­sia öfters mal duscht – aber unter dem gewal­ti­gen Blech­dach der Halle klang das ganze doch schon äußerst bedroh­lich. Des­halb konnte man wegen des Lärms kaum sein eige­nes Wort ver­ste­hen – geschweige denn das was die Kol­le­gen einem zuru­fen. “Input 38 – black wire – cable 5” klingt nach einer recht ein­fa­chen Anein­an­der­rei­hung von Halbsätzen und recht effek­ti­ver Kommunikation.

20090203-Schweiss und Regen 006

Aber wie gesagt – über Zuruf war nix zu machen.
Also raus mit dem Block und Zet­tel­chen schrei­ben. Es war fast ein biss­chen wie früher in der Schule. Beim Vor­bei­ge­hen kurz einen Zettel fallen lassen und auf eine Ant­wort hoffen, die nicht(!) “Maybe?!” lautet – vor Allem, wenn es um mehr als 600V Zwi­schen­kreis­span­nung geht!Da soll noch einer Sagen, das Regen der aufs Dach plätschert beru­hi­gend und ent­span­nend wirkt.
Aber alles in allem war es trotz der Hitze und des Lärms eine inter­es­sante Erfah­rung, unter schlech­ten Bedin­gun­gen eine Anlage flott zu machen.  Ah ja und bevor jemand fragt: Ja, die Anlage funk­tio­niert und riecht nicht nach Kabelbrand.